Norwegen mit AIDAcara

Wir sind jetzt auch Wiederholungstäter und reisen das zweite mal mit der AIDA.cara. Unser Ziel ist Norwegen.. Ähnlich den Hurtigruten geht es bis fast zum Nordkap. Natürlich wollen wir auch Nordlichter sehen. Es wird also recht kalt und wir müssen warme Sachen einpacken. So kommt auch meine in Schladming gekaufte Mütze zum Einsatz. Einen passenden Loop habe ich noch schnell gehäkelt. Ich denke, wir sind gut ausgerüstet. Es kann los gehen und ihr dürft uns begleiten.

Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.


Tag 1 - Start in Hamburg

Am Vormittag fahren wir bequem mit dem ICE von Berlin nach Hamburg. Dort angekommen können wir unsere Koffer am AIDA-Stand abgeben und fahren mit dem Shuttlebus zum Liegeplatz der AIDA. Unser Gepäck wird uns dann direkt zur Kabine gebracht. Am frühen Nachmittag sind wir bereits am Schiff. Das Einchecken ging schnell und problemlos und unsere Kabine ist die gleiche wie im letzten Jahr. Die aktuelle Tageszeitung (ein dreiseitiges Faltblatt) liegt schon für uns bereit und so können wir nachsehen, was heute auf dem Schiff zwecks Unterhaltung noch angeboten wird.

Um 19 Uhr soll das Schiff ablegen. Vorher hatten wir noch die Seenotrettungsübung zu absolvieren.

Es war schon nach 18 Uhr und unsere Koffer waren immer noch nicht im Zimmer. Ein kurzer Blick über die Reling und wir wussten weshalb. Es standen noch diverse Gepäckstücke am Pier und sollten noch verladen werden. Somit war uns dann auch klar, dass wir nicht pünktlich ablegen konnten. Also gingen wir erst zum Abendessen. Wie gewohnt gab es reichlich und viel zu essen. Ich könnte nicht sagen, was es nicht gab. Mit fast einer Stunde Verspätung konnte unser Schiff dann den Hafen verlassen. Vorher mussten wir noch die AIDAperla passieren lassen. Dieses Schiff war um einiges größer als das unsere und zog majestätisch an uns vorbei.


Tag 2 - Seetag

Der Weg zu unserem ersten Reiseziel ist 790 km entfernt, sodass wir heute einen Seetag haben. Leider war das Wetter nicht so toll um sich an Deck aufzuhalten. Es war sehr nebelig und man konnte nicht mal den Horizont sehen. An solchen Tagen nutzt man die zahlreichen Angebote auf dem Schiff oder man sucht sich ein gemütliches Plätzchen zum Lesen. Gegen Abend wurde es besser und wir konnten wenigstens Sonnenuntergangsfotos machen. Am Abend waren wir dann noch im Theater zur Show der AIDA-Stars.


Tag 3 - Haugesund

Bevor wir im Morgengrauen in Haugesund anlegten, passierten wir noch eine Brücke. Direkt am Hafen gab es auch eine Werft für Bohrinseln. Die Stadt erwachte und es sollte ein wunderschöner sonniger Wintertag werden.

Die Vorfrühstücksfotos wurden hier von meinem persönlichen Frühaufsteher gemacht. (das funktioniert nur im Urlaub)


Wir hatten eine zweistündige Tour gebucht und waren neugierig, was uns erwartet. Haugesunds Geschichte ist eng mit den Wikingern verknüpft und so finden sich rund um die Stadt Zeugnisse aus dieser Zeit. Darunter auch das Grab von Harald I. (auch Harald Schönhaar genannt). Das war unser erstes Ziel nach einer kurzen Busfahrt durch die Stadt. Wir sahen ein beachtliches Monument welches, 1872 erbaut, die Unabhängugkeit Norwegens repräsentiert. Von dort hatte man auch eine gute Aussicht.

Zwecks schöner Aussicht fuhren wir auf einen kleinen Berg inmitten der Natur. Nur leider standen wir dort im Nebel und konnten nichts sehen. Etwas später lichtete sich der Nebel etwas und wir konnten andeutungsweise die wunderschöne Landschaft erahnen. Es scheint dort oben auch öfter mal nebelig zu sein, denn sonst gäbe es sicher nicht die mit Moos üppig bewachsenen Bäume dort oben.

Wir hatten aber nach dem Ausflug auch noch genügend Zeit uns das schäne Fischerstädtchen anzusehen. So bummelten wir u. a. über die angeblich längste Fußgängerzone Norwegens mit typischen alten Holzhäusern und gönnten uns einen Kaffee an der malerischen Kaipromenade.

Nach dem Auslaufen des Schiffes hatten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Der Tag war perfekt.


Tag 4 - Seetag

Zu unserem nächsten Ziel hatten wir wieder eine größere Strecke zu absolvieren, deshalb war heute noch mal ein Seetag. Nachts hatten wir ordentlichen Seegang, der sich erst gegen Mittag wieder normalisierte.

Beim Blick aus dem Fenster lässt die Wellenhöhe (sie sollen 4 m hoch gewesen sein) nur annähernd erahnen. Zum Glück hatten wir unsere Akupressurbänder (danke Heidi für den Tip) und sind damit von der Seekrankheit verschont geblieben. Am Nachmittag haben wir an Deck, warm eingepackt, die Sonne genießen können. Der Glühwein war auch gar nicht so übel.

Wir hatten wieder einen spektakulären Sonnenaufgang. Vom Buffet gibt es einige Fotos und die sich ständig ändernden Wolkenformationen zum Sonnenuntergang möchte ich euch auch nicht vorenthalten.


Tag 5 - Bodø

Ein neuer Tag erwacht und mein Frühaufsteher hat das auch wieder fotografisch dokumentiert. Gegen Mitternacht fuhren wir über den Polarkreis und das bekamen wir auch zu spüren, denn an Deck lag Schnee. Davon sollten wir jetzt reichlich zu sehen bekommen.

Bodø liegt auf einer Halbinsel im Verstfjord und die Fahrt in den frühen Morgenstunden war einfach atemberaubend schön.

Vorbei an kleinen Inseln und schneebedeckten Bergen legten wir in Bodø an und hatten das Gefühl bereits mitten in der Stadt zu sein. Die im neugotischen Stil erbaute Domkirche war nicht nur von außen sehenswert.

Wir hatten heute keinen Ausflug gebucht, denn wir hatten ein ganz bestimmtes Ziel und wollten danach noch zu einem Aussichtsberg (-hügel). Einen Besuch im Luftfahrtmuseum wollten wir uns nicht entgehen lassen. Wir waren überrascht wie umfangreich das Museum ausgestattet ist.

Um zu dem besagten Aussichtspunkt zu gelangen, fuhren wir ein Stück mit dem Bus und dann hatten wir nur Natur und Schnee vor uns. Einfach herrlich. Ich weiß nicht, wann wir das letzte Mal so viel Schnee unter den Füßen hatten. Die Aussicht war genial und die Wanderung durch den Wald sehr erholsam. Da Eberhard ein Bedürfnis quälte und er sich schon nach einem passenden Baum umsah, aber vom tiefen Schnee abgehalten wurde, wollten wir schon umkehren. Ganz in der Nähe sahen wir ein hübsches Häuschen mitten im Wald und nebenan ein kleines Hüttchen mit rotem Herz. Gerettet.

Das Haus ist wahrscheinlich nur im Sommer bewohnt. Die Aussicht von dort war echt schön. Die Herzchenhütte war sogar "echt gemütlich". Jedenfalls war Eberhard wieder glücklich. Der Rückweg war dann doch etwas lang, denn wir wollten nicht wieder den gleichen Weg zum Bus nehmen und so gingen wir direkt zum Schiff.

Natürlich haben wir auch die Abenstimmung wieder eingefangen und den Tag mit einem prickelnden Getränk ausklingen lassen. Wir freuen uns auf den nächsten Tag und sind voller Erwartung..

 

Ein unbekannter Polarforscher hat folgende Worte gesagt:

Jenseits des Polarkreises erstreckt sich Zauberland.

Weiße Weite, nackte Natur - das Reich des Frostes

ist uns so fremd wie kein anderes auf diesem Planeten:

Urgewaltig, unzivilisiert, überirdisch schön, höllisch gefährlich.

 


Tag 6 - Tromsø

Tromsø liegt ca. 340 km nördlich des Polarkreises und ist unser heutiges Ziel der Reise. Bekannt ist die Stadt vor allem dadurch, dass hier im zweiten Weltkrieg das deutsche Schlachtschiff "Tirpitz" versenkt wurde.

Wir sollten am Nachmittag im Hafen anlegen und hatten tagsüber Zeit die Fjordlandschaft zu fotograferen. Fast die ganze Zeit waren wir an Deck und sind von einer Seite zur anderen gelaufen, weil es immer wieder Interessantes zu sehen gab. Ab und an überraschte uns auch mal ein Schneeschauer und immer wieder spannend ist eine Brückendurchfahrt. Zwischendurch wurde an Bord kreativ gearbeitet und aus einem schnöden Eisblock entstand ein Fisch. Wir waren einfach nur begeistert. Aber seht selbst.

Am späten Nachmittag hatten wir genug Zeit, uns die Stadt anzusehen. Die Altstadt von Tromsø liegt auf einer Insel

(Tromsøya) und ist durch die Tromsøbrücke mit dem Festland verbunden. Die markanteste und eine der modernsten Kirchen Norwegens ist mit Sicherheit die Eismeerkathedrale (1965 entworfen). Wie aus Eisschollen gebaut ist sie weithin sichtbar. Die Altstadt besticht auch hier durch die für Norwegen typischen Holzhäuser. Und Roald Amundsen begegnet man hier, zumindest einer Büste von ihm. Von hier startete er seine Reisen zum Nordpol.

Eigentlich wolten wir von der Brücke aus den Sonnenuntergang fotografieren, aber sie ließ sich unendlich Zeit unterzugehen.

Wir warteten für mein Gefühl Stunden auf dieser Brücke. Es waren ja auch nicht gerade kuschelige Temperaturen, sondern Minusgrade. Irgendwie kam es uns so vor, dass sie gar nicht unterging, denn es war längst schon blaue Stunde. Hier scheint die Natur einfach anders zu ticken. Als wir dann irgendwann zum Schiff kamen, war die Essenszeit vorbei und wir sahen bei der Pizzastation vorbei (hier gibt es bis Mitternacht noch eine ganz gute Auswahl an Pizza, Salaten und kleinen Snacks). Es war jedenfalls ausreichend. Und hier nun die abendlichen Schnappschüsse.

Für diesen Tag waren wir echt begeistert. Morgen sind wir auch noch hier und freuen uns auf die Ausflüge.


Tag 7 - Tromsø

Für heute Vormittag hatten wir einen Ausflug zu einer Husky-Farm gebucht. Wir fuhren mit dem Bus durch eine herrliche Winterlandschaft. Die aus dem Bus fotografierten Fotos sind leider nicht optimal geworden.

Auf der Farm angekommen wurden wir sofort von den Hunden begrüßt. Die sind ganz lieb und zutraulich und wollen nur eins - laufen, laufen laufen. Sie sehen auch nicht so aus wie wir Huskys kennen, sondern haben ganz unterschiedliche Fellfärbungen. Die meisten Hunde dieser Farm waren schon eingespannt für Ausflüge mir Touristen. Rentiere gab es hier auch, aber die waren bis auf zwei auch gerade nicht anwesend.

Während unseres zweiten Ausflugs am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit die Eismeerkathedrale auch von innen zu sehen. Wir besuchten das Tromsø-Museum und konnten noch Interessantes über die Kultur der Samen erfahren.

Der Höhepunkt sollte aber die Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Storsteinen sein. Wir mussten einen günstigen Zeitpunkt erwischen, denn es gab immer wieder Schneeschauer. Oben angekommen schien die Sonne und wir hatten einen phantastischen Blick über die Stadt. Leider war uns das nur für 10 Minten gegönnt, denn die Schneewand sah man förmlich anrollen. Und dann sahen wir nichts mehr.

Auf dem Schiffsdeck lag natürlich auch Schnee und es wurden einige Schneemänner (-männlein) gebaut. Zumindest sah man einige kreative Versuche. Am Abend verließen wir dann Tromsø, um unsers nächstes Ziel anzusteuern..


Tag 8 - Alta

Unser heutiges Ziel ist Alta, der nördlichste Ort auf unserer Reise. Und wenn das Wetter mitspielt dann sehen wir heute sehr wahrscheinlich auch Nordlichter. Mein Nestflüchter war wieder früh auf Deck und brachte auch tolle Fotos mit.

Heute besuchten wir eine Rentierfarm, welche von Samen betrieben wird. Wir hatten auch die Gelegenheit mit Rentierschlitten durch die wunderbar verschneite Landschaft zu fahren. Die Rentiere sind echt süß. Das Lassowerfen, um "entlaufene Rentiere" einzufangen, müssen wir aber noch üben. Zumindest hat ein Versuch sogar geklappt. In einem Lávvu (typische Behausung der Samen) erfuhren wir bei Tee und Kuchen interessante Geschichten über das Leben der Samen. Der Boden des Lávvu war mit Rentierfellen ausgelegt und in der Mitte gab es ein offenes Feuer. Irgendwie war es doch gemütlich. Während der Rückfahrt versuchten wir noch einige Fotos aus dem Bus zu machen.

Hier ist es Tradition, dass die Menschen über die Osterfeiertage in ihre Ferienhäuser aufs Land fahren. Die Städte sind dann so gut wie leer.

In Alta gibt es die 2011 erbaute Nordlicht-kathedrale, ein sehr modernes und interessantes Bauwerk. Der Eingangsbereich wurde gesäumt von Eisskulpturen. Da sie schon sehr angetaut waren, konnte man auch nicht mehr genau erkennen, was die Figuren darstellen sollten.

Da die Stadt nicht sehr viel an Sehenswürdigkeiten zu bieten hatte, bis auf die 1858 aus Holz erbaute "Alta kirke", beschlossen wir den Weg zum Schiff zu Fuß zu gehen. Es sind ca. 3,5 km und Zeit hatten wir noch genug. Wir wollten natürlich nicht die Straße entlang laufen, sondern durch den schön verschneiten Wald. Die Richtung kannten wir und da mein Orientierungssinn ziemlich unterentwickelt ist, vertraute ich meinem Begleiter. Zumindest ging das bisher immer gut. Eigentlich hätten wir ja irgendwann mal den Hafen sehen müssen. Zum Glück haben wir einen Stadtplan dabei, da kann man ja nachschauen, dachten wir. Jedenfalls sind wir mal falsch abgebogen und mussten doch einen Einwohner nach dem Weg fragen. Dann fiel uns auch ein, dass wir ja über eine Hügelkette drüber müssen. Der Weg wurde immer länger und aus einer Stunde Fußweg wurden dann locker 3 Stunden. Wir konnten das Schiff sehen, aber es gab keinen Weg dorthin. Im Wald lag metertief der Schnee und an eine Abkürzung war nicht zu denken. Aber es war ein wunderschöner Spaziergang, vorbei auch an zwei Skisprungschanzen. Von dort hatte man noch einen super Blick über die Stadt.

Wir hatten klaren Himmel und so bestand die Wahrscheinlichkeit Nordlichter zu sehen. Allerdings hatten wir auch Vollmond und dadurch war der Himmel ziemlich hell. Gegen 22 Uhr war es dann soweit. Erst sah man sie ganz schwach und erstaunlicherweise waren sie auch nicht grün wie immer auf Fotos zu sehen war, sondern wie weißgraue Wolkenschleier am Nachthimmel sahen sie aus. Wir hatten kein Stativ dabei und Eberhard fotografierte aus der Hand mit langer Belichtung. Das Ergebnis war beeindruckend. Wir staunten zwei Stunden lang, welches Phänomen die Natur uns da bietet und merkten nicht mal, dass wir -10 Grad hatten. Das war ein faszinierender Abschluss eines wunderschönen Tages.


Tag 9 - Alta und Weg nach Sortland

Bei herrlichem Sonnenschein legten wir am Vormittag in Alta ab. Nach der überaus kalten Nacht hatte sich eine dünne Eisschicht gebildet, die wir mit unserem Schiff zerteilten und sich dabei interessante Strukturen bildeten. Wir sahen auch einige Eisschollen, die aber nicht sehr dick waren. Tagsüber fuhren wir wieder durch eine wunderschöne Fjordlandschaft. Windparkanlagen gibt es hier nicht sehr viele, denn Strom wird in Norwegen fast ausschließlich aus Wasser gewonnen.

Ach ja, und dann war auch noch Ostern. Überall im Restaurant waren Schokohasen uns Ostereier liebevoll drapiert. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Super süß war die Hasenband anzuschauen. Die Ostertorte war ein ganz besonderes Kunstwerk. Und ich hab sie nicht probiert. War mir dann doch zuviel Zucker.

Den phantastischen Sonnenuntergang möchte ich euch auch heute nicht vorenthalten. Und morgen sind wir in Sortland, der Stadt mit den blauen Häusern.


Tag 10 -  Sortland

Sortland liegt auf der Insel Langøya und diese gehört zur Inselgruppe Vesterålen, den Nachbarinseln der Lofoten.

Auch heute ging sichtbar die Sonne auf und begrüßt wurden wir in Sortland von drei Mädels in Landestracht. Das Schiff lag wieder direkt bei der Stadt. Am Vormittag sahen wir uns das hübsche Städtchen an und hatten so ganz nebenbei auch einen erholsamen Winterspaziergang. Nach einem Kunstprojekt wurden einige Häuser der Stadt in Blautönen angestrichen. Im Kontrast zu den immensen Schneemengen kam das Blau besonders schön zur Geltung. Die kleine Kirche war sowohl von außen, als auch von innen sehenswert. Von einem Hügel hatte man auch einen schönen Blick auf die Sortlandbrücke.

Unser Ausflug am Nachmittag führte ins in ein idyllisches Fischerstädtchen am nördlichen Ende der Inselgruppe, nach Nyksund. Der Bus fuhr uns wieder durch eine traumhafte Winterlandschaft. An riesigen Holzgerüsten, an denen Fisch zum Trocknen aufgehängt wurde (Stockfisch) machten wir einen kurzen Fotostop. Zum Glück war der Geruch des langsam trocknenden Fisches noch nicht wahrnehmbar.

Die Straße nach Nyksund wurde immer schmaler und Gegenverkehr hatten wir zum Glück nicht. Hier gilt: der größere hat Vorfahrt. Das kleine Fischerdörfchen hat derzeit 28 Einwohner und ca. doppelt so viele Touristen. Es ist wirklich so idyllisch in einer Bucht gelegen. Man hat das Gefühl, hier ist die Welt zu Ende. Der Souveniershop ist selten besetzt, aber trotzdem geöffnet. Man nimmt sich was man möchte und legt das Geld in eine Box. Das muss man sich bei uns mal vorstellen, undenkbar.

Wir versuchten, aus dem Bus auch Fotos zu machen, was aber nur zu wenigen optimalen Ergebnissen führte. Aber die Spiegelungen waren schon toll. Vorab drei Panoramas von der einmalig schönen Landschaft.

Auf dem Rückweg durch die Stadt fanden wir diese lustig angemalten Bänke.

Abends ging dann die Sonne auch sichtbar wieder unter. Da müsst ihr jetzt durch. (oder einfach weiterscrollen)


Tag 11 -  Seetag (Fahrt nach Trondheim)

Heute waren wir den ganzen Tag auf See und es gab nicht wirklich viel zu sehen. Der Tag brachte uns Sonne und den einen oder anderen Schneeschauer. Wir sahen uns im Theater einen interessanten Vortrag über unsere nächsten Ziele Trondheim und Bergen an. Deshalb nur einige Impressionen vom "Seetag".

Das Abenteuer sollte dann aber in der Nacht beginnen. Als ich schon am Wegdösen war, fiel mir ein, dass ich noch den Luftbefeuchter ausschalten wollte. Der war aber schon aus. Plötzlich ging der Fernseher an und wieder aus. Beim Blick in mein Nachbarbett sagten mir die Geräusche, dass sich der dort ruhende Mann bereits im Tiefschlaf befindet (Er steht ja auch immer sehr früh auf). Bevor mir irgenwelche Spukgeschichten einfallen wollten, kam die Durchsage des Kapitäns, dass wir Stromausfall haben und alles getan wird den Fehler zu finden und zu beheben. Kein Licht, keine Klimaanlage, kein Schiffsmotor, nur Notstrom. Es ist ja normal so, dass man am zweiten Tag die dauerhaften Schiffsgeräusche ausblendet. Aber wenn dann wirklich kein Geräusch mehr zu hören ist, kommen einem schon seltsame Gedanken. Gegen 2 Uhr gab es dann auch wieder Strom und das Schiff war auch wieder zu hören. Ich konnte mir vorstellen, dass wir in den zwei Stunden, in denen wir nicht manövrierfähig waren, doch auch abgetrieben sein mussten. Zum Glück gibt es hier keine Eisberge. Die nächste Durchsage von der Brücke gab uns das Gefühl, dass alles wieder in Ordnung sei.

Der Mann neben mir hat von allem nichts mitbekommen.


Tag 12 -  Trondheim

Trotz des nächtlichen Zwischenfalls legten wir pünktlich in Trondheim an. An Bord funktionierte wieder alles perfekt,

Da das Schiff bereits um 14 Uhr wieder ablegen muss, gingen wir auch bald von Bord.


Trondheim liegt an der Mündung des Flusses Nidelva und wurde 997 als Nidaros gegründet. Sie ist die drittgrößte Stadt Norwegens. Trondheim ist ein idyllisches Städtchen mit einigen interessanten Sehenswürdigkeiten. Aber erst ein kleiner Bummel durch die Straßen und am Fluss Nidelva entlang.

Zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten gehört die Zugbrücke "Gamle Bybru". Sie wurde 1861 erbaut und führt über den Fluss Nidelva in der Speicherstadt. Die bunt gestrichenen Lagerhäuser stammen aus dem 18./19. Jahrhundert und sind ausnahmslos aus Holz und auf Pfählen gebaut.

Weithin sichtbar ist der prächtige Nidaros-Dom, Skandinaviens bedeutendster mittelalterlicher Sakralbau. Hier finden verfassungsgemäß auch alle Krönungszeremonien statt. Errichtet wurde der Dom von 1066 bis 1093. Durch verheerende Brände wurde er mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Leider durften wir im Inneren des Doms nicht fotografieren.

Von der 300 Jahre alten "Festung Kristiansten" hatte man einen herrlichen blick über die Stadt.

Besonders interessant aber war der 1998 eröffnete erste Fahrradlift der Welt. Leider konnten wir nicht sehen, wie das Teil funktioniert. Im Prachtbau "Stiftsgarden" residiert heute die königliche Familie bei Besuchen in Trondheim.

Als dann alle wieder auf dem Schiff eintrafen, wurden wir vom Kapitän gebeten, uns um 14 Uhr im Theater einzufinden. Das war nicht an der Tagesordnung und ließ uns neugierig werden.

Der Kapitän teilte uns mit, dass es durch die Reparatur aus Sicherheitsgründen erforderlich war, dass das Schiff durch den TÜF freigegeben werden musste, um unsere weitere Fahrt fortzusetzen. Dafür mussten die Verantwortlichen aus Hamburg eingeflogen werden. Für uns bedeutete das, wir konnten heute nicht mehr ablegen. Der Reiseplan wurde dahingehend geändert, dass wir noch eine Nacht in Trondheim bleiben und am nächsten Vormittag unsere Fahrt nach Bergen fortsetzen. Dort bleiben wir auch einige Stunden länger als geplant und müssen dafür dann leider Aarhus wegfallen lassen, um pünktlich wieder in Kiel anzukommen. Die für Aarhus geplanten Ausflüge wurden uns gut geschrieben. Das fanden wir gar nicht so schlecht, denn für Bergen hätten wir sonst nur 4 Stunden Zeit gehabt.

Für heute bedeutete das auch, dass wir noch Fotos zur Blauen Stunde machen konnten und das war schon sehr eindrucksvoll.

Tag 13 -  Fahrt nach Bergen

Wir legten pünklich um 11 Uhr ab. Unser nächstes Ziel ist Bergen. Heute war es an Deck ungemütlich mit Nebel, Schnee und Regen. Erst gegen Abend sahen wir die Sonne wieder. Deshalb gibt es heute nur einige Tagesimpressionen. Der Tag lud ein zum Lesen bei einem Cocktail in einer der Bars.

Tag 14 -  Bergen

Bergen ist die zweitgrößte Stadt in Norwegen und von sieben Hügeln umgeben. Der bekannteste Hügel ist der Fløyen mit 320 m. Die Stadt ist mit ca. 248 Regentagen im Jahr die regenreichste Großstadt Europas. Das sollten auch wir erfahren. Von hier starten auch die Schiffe der Hurtigruten.

Bevor wir in Bergen einliefen passierten wir Öl-Bohrplattformen, viele kleine Inselchen und auch wieder einige Brücken.

Die Stadt liegt idyllisch an einem Naturhafen.

Wir wollten gleich zu Anfang mit der Seilbahn auf den Floyen, um die Aussicht von dort noch mit Sonne genießen zu können. Und wir hatten wirklich Glück, die Ausssicht war einzigartig. Nur Hexen dürfen dort nicht fliegen.

Danach hatten wir noch Zeit durch die Altstadt Bryggen zu bummeln. Die aus Holz gebauten Hansehäuser schmiegen sich eng aneinander und werden heute überwiegend als Boutiquen und Souveniergeschäfte genutzt.

Auf dem Rückweg zum Schiff kamen wir an der Festung Bergenhus & Håkonshalle vorbei. Dieser mittelalterliche Profanbau ist heute nur noch teilweise erhalten.

Für den Nachmittag hatten wir einen Ausflug zu einem Wasserfall gebucht. Nach einer langen Busfahrt entlang einem malerischen Fjord erreichten wir den spektakulären, teilweise vereisten Wasserfall Steinsdalsfossen.

Er hat eine Höhe von ca. 50 m und ist einer der meistbesuchten Wasserfälle Norwegens. Ein Weg führt hinter den Wasserfall, so dass Besucher zwischen Felswand und Wasser gelangen können. Leider war er wegen extremer Vereisung gesperrt. Wir konnten aber dennoch sehr weit heran gehen.

Auf dem Rückweg hielten wir noch in einem idyllischen Fischerdorf und einem Aussichtspunkt, bei dem man einen fantastischen Blick auf den Eidfjord hatte.

Einige der folgenden Fotos wurden auch aus dem Bus heraus gemacht.

Dann hieß es auch wieder Abschied nehmen. Bergen ist eine sehr schöne kleine Stadt mit einem ganz besonderen Flair.

Hier zum Schluss noch ein Panorama von Bergen.

Tag 15 -  Seetag

Heute hatten wir den letzten Seetag und morgen gegen 8 Uhr sind wir dann in Kiel. Auf der AIDA ist es Tradition, am letzten Tag kreative Kunstwerke zu schaffen. Das sind die vielen schönen Schnitzereien aus Obst und Gemüse., oder auch das Schnitzen von Eisfiguren. Aus Handtüchern entstehen seltsame Tiere und Figuren. Das Highlight aber ist die Torte mit der zurückgelegten Route dieser Reise. Zum Geschmack der Torte kann ich allerdings nichts sagen., ich hab sie nur fotografiert. Und Party gibt es auch an Bord für alle, die es mögen.

Eine wunderschöne Reise mit vielen Eindrücken und sehr vielen Fotos im Gepäck geht nun zu Ende.

Und nein, wir haben nicht zugenommen. obwohl alles sehr verlockend war. Es brauchte ein wenig Disziplin.

Tag 16 -  Ankunft in Kiel

Wir sind pünktlich in Kiel angekommen. Das Auschecken verzögerte sich und es gab ein wenig Chaos. Man konnte seine Koffer vor dem Frühstück vor die Tür stellen und sie wurden vom Bordpersonal zum Hafenterminal gebracht und dort zum Abholen bereit gestellt. Oder man konnte auch selbst seine Koffer mit von Bord nehmen. Diese Version erschien uns die effektivere und wir sollten Recht behalten. Als wir das Schiff nach dem Frühstück verließen waren die Aufzüge noch immer von Gepäck blockiert. Auf den Treppen staute es sich dann natürlich. Aber ich denke, alle sind dann doch ohne weitere Probleme von Bord gekommen und haben auch ihr Gepäck gefunden.

Wir fuhren dann von dort nach Lübeck und besuchten Freunde von uns. Am späten Nachmitteg ging es dann gemütlich im ICE nach Berlin.

Ich glaube, das war nicht unsere letzte Reise mit der AIDA.


Kommentar schreiben

Kommentare: 14
  • #1

    Heidi (Montag, 23 April 2018 12:15)

    Liebe Elfi,
    mit Spannung hab ich schon auf eure Fotos gewartet. Da ich die gleiche Reise erst vor einem Jahr gemacht habe, kann ich alles wunderbar nachvollziehen und in Gedanken sehr dabei sein.
    In Haugesund wurden wir damals mit Musik begrüßt. Ich hatte einen Ausflug nach Skudeneshavn mit Museumsbesuch, und Karmoy Fishermens Memorial gebucht. Unterwegs machten wir noch einen Halt an einem Sandstrand (kaum zu glauben, dass es in Norwegen einen Sandstrand gibt) der genau in diesem Augenblick von der Sonne beschienen war.
    Die Sonnenuntergänge sind immer ein besonderes Erlebnis, wunderschöne Fotos habt ihr mitgebracht.
    Ich freu mich auf weitere.
    Lieber Gruß von Heidi

  • #2

    Eva (Dienstag, 24 April 2018 10:27)

    vielen Dank für die wunderbaren Eindrücke Euerer schönen Reise :-)

    Herzliche Grüße von Eva

  • #3

    Kathi Pump (Dienstag, 24 April 2018 21:01)

    Hallo Ihr Lieben, wunderbare Eindrücke von unserer schönen Reise und toll geschrieben. Ich bin immer noch beim Sichten meiner Fotos und erst am 5. Tag angelangt... Schlappe 4800 Fotos sind es geworden und hier gibt es auch so viele schöne Frühlingsfarben zu endecken.... Aber es wird und an die Fotos für Euch denke ich auch noch.
    Seid ganz liebe gegrüßt Eure Urlaubbekanntschaft
    Andreas & Kathi

  • #4

    elfi (Dienstag, 24 April 2018 22:00)

    Ich danke euch für die lieben Einträge.
    @ Heidi, ich freu mich, dass du die Reise noch einmal mit uns erlebst. Das würde uns sicher genau so gehen.
    @ Eva, freut mich, dass die die Fotos gefallen.
    @ kathi, das dauert bei uns auch noch, bis alle Fotos sortiert sind. Ich schreibe hier auch stückchenweise, es sind da auch noch Fotos dabei, auf denen ihr mit drauf seid. Ich hoffe, du hast da noch etwas Geduld..

  • #5

    Anny (Sonntag, 29 April 2018 17:50)

    Liebe Elfi,
    traumhafte Fotos hast du von eurer Norwegen-Reise mitgebracht.
    Ich könnte schwärmen ohne Ende! Auch deine Reisebeschreibung ist toll geschrieben.
    Auf die Fortsetzung freue ich mich schon sehr.
    Liebe Grüße von Anny

  • #6

    elfi (Sonntag, 29 April 2018 23:00)

    Danke Anny für deinen Eintrag.
    Es feut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Demnächst geht es auch weiter.

  • #7

    Helga F. (Donnerstag, 03 Mai 2018 18:19)

    Liebe Elfi,,
    das ist ein toller Reisebericht,danke. Ich war in jungen Jahren für längere Zeit in Norwegen und erinnere mich gern an diese Zeit, Land und Leute.

  • #8

    elfi (Donnerstag, 10 Mai 2018 22:16)

    Danke liebe Helga. Ich freue mich, dass ich bei dir Erinnerungen an Norwegen wecken konnte.

  • #9

    Sylvi (Donnerstag, 14 Juni 2018 23:00)

    Liebe Efi,
    erst heute bin ich auf deine wunderbare Seite gelangt und habe mich komplett festgebissen.
    Solche tollen Fotos, vorallem von Berlin, Wernigerode und BUGA Havelregion. Das war eine besondere Freude ja weil es ja Heimat ist. Eure Fahrt in Norwegen ist ein Traum.. Herzlichen Dank für die underbaren Eindrücke. Jetzt werde ich auf jeden Fall öfter vorbeischauen.

  • #10

    elfi (Samstag, 16 Juni 2018 21:30)

    Danke liebe Sylvi für deinen Eintrag. Es freut mich, dass es dir hier gefällt.
    Leider fehlen noch sehr viele Beiträge,
    Wenn ich hier die Norwegenreise fertig habe, dann geht es auch mit den anderen Themen wieder voran.

  • #11

    Heidi (Freitag, 29 Juni 2018 15:04)

    Einfach nur herrlich diese schöne Reise nochmal durch eure Fotos erleben zu können. Ich konnte mich so richtig reinversetzen in die Atmosphäre. Die klare Luft, der Wind, das Knirschen der Schuhe auf dem Schnee ;))
    Eberhard hat wieder mal tolle Aufnahmen gemacht, ihr habt ja sooooo viel gesehen. Um die Bilder vom Polarlicht beneide ich euch. So schön grün war es bei mir nicht gewesen. Super Bilder..... und das aus der Hand.
    Ihr müßt diese Reise nochmal im Sommer machen, zum Nordkap. Das ist auch wunderschön !!

  • #12

    Gitti (Freitag, 20 Juli 2018 22:12)

    Liebe Elfi,
    leider habe ich Deinen Link erst heute gesehen, aber gottlob bleibt das Reisetagebuch ja auf der Website stehen..
    so ein Reisetagebuch auf der Website ist eine sehr gute Idee, um anderen Eure Erlebnisse und Impressionen zu zeigen. Durch die Fotos und die Beschreibungen für jeden Tag konnte ich sehr gut Eure tolle Reise verfolgen.. Die Panoramen gefallen mir sehr gut, und auf die Nordlichter hatte ich schon gewartet.
    Nur der Schnee lies mich frösteln :-)
    Als der Strom zeitweilig ausfiel, hätte mich das doch ganz schön ängstlich werden lassen....

  • #13

    elfi (Dienstag, 24 Juli 2018 23:07)

    Danke Heidi und Gitti für eure lieben Einträge. Diese Reise war wirklich ein einmaliges Erlebnis und wir haben gleich danch beschlossen, noch einmal im Sommer die Reise durch die Fjorde zu machen.

  • #14

    Agnes (Sonntag, 29 Juli 2018 19:42)

    Jetzt konnte ich endlich Eure Reisebeschreibung lesen und die traumhaften Fotos genießen.
    Schön, dass Du uns auf diese Weise mitgenommen hast auf die Reise.
    Ganz "neidisch" wurde ich beim Anblick der Polarlichter, die würde ich auch gerne mal sehen. Aber da die im Sommer nicht zu sehen sind, und ich bei eisiger Kälte nicht dahin fahren möchte, werde ich sie wohl nie sehen.
    Der vereiste Wasserfall ist ebenfalls ein Hingucker. Die schönen Kirchen haben mir auch gefallen, und das Essen ........ da bekommt man schon Hunger beim Anschauen.
    Aber einen Stromausfall in der Nacht brauchte ich nicht unbedingt, ich kann mir gut vorstellen wie unangenehm das war.
    Ein sehr schöner Bericht, und ich weiß wie viel Arbeit dadrin steckt, alles zu beschreiben, die Fotos fertig zu machen und auf die Seite zu setzen.
    Danke
    liebe Grüße
    Agnes