Abschied

Vor einigen Tagen mussten wir uns schweren Herzens von unserer Mieze trennen.

Sie war in den letzten Jahren zu einem wichtigen Teil unseres Lebens geworden.

 

Vor etwas mehr als 12 jahren fanden wir dich eines Tages in der Sonne liegend auf unserem Balkon. Als wir dir hallo sagen wollten bist du schnell weggelaufen. Aber am nächsten Tag warst du wieder da, und am übernächsten auch. Du warst sehr ängstlich und scheu. Aber du warst auch neugierig, bist ja schließlich eine Katze. So hast du unseren Napf mit Wasser und die kleinen Leckerli nicht ignorieren können.

Irgendwann hast du dann den Versuch gewagt, schon mal eine deiner Pfoten in unsere Wohnung zu setzen. Aber immer noch sehr vorsichtig. Das ging so eine ganze Zeit und plötzlich bist du auch über Nacht bei uns geblieben.

Es schien dich niemand zu vermissen oder zu suchen. Du hast uns adoptiert und warst fortan ein Familienmitglied. Gern bist du draußen auf die zahlreichen Bäume geklettert und hast uns diverse Geschenke mitgebracht, die wir dann mit Mühe wieder eingefangen und nach draußen befördert haben.

Wollten wir verreisen, hast du einfach den Koffer blockiert oder dich reingelegt. Während wir weg waren kümmerten sich Ricardo und auch unsere Nachbarn ganz lieb um dich. Wenn wir nach drei Wochen zurück kamen, hast du uns erst mal die kalte Schulter gezeigt und warst die kleine beleidigte Diva. Aber das hielt nie lange an, denn du wolltest ja deine Streicheleinheiten.

Im letzten Sommer dann hat dich ein großer böser Kater angefallen. Deine Wunden heilten zwar schnell, aber du hattest Angst, dich draußen frei zu bewegen.

Auch gesundheitlich warst du angeschlagen. Langsam wurdest du blind und deine Nierenwerte waren sehr schlecht. Auch mit deinem Herzen stimmte etwas nicht.

Das Spezialfutter hast du abgelehnt, lieber wärst du verhungert. Auch die Medikamente sind dir nicht gut bekommen. Deinen heißgeliebten schon durchgekauten, langen Schnürsenkel, dem du immer hinterher gejagt bist , konntest du nun nicht mehr sehen. Auch dein immer so intensives Schnurren und wohliges Strecken, wenn dir der Bauch gekrault wurde, ließ immer mehr nach und war dann kaum noch wahrzunehmen. Wir mussten zusehen, wie du immer mehr abgenommen hast und konnten dir nicht helfen. In der letzten Zeit sind wir dann auch Nachts aufgestanden und haben dich aus dem Wasserhahn im Bad trinken lassen.

Du hast es zwar immer noch zur Toilette geschafft, aber manchmal war dein Po noch draußen und es gab eine Pfütze davor. Unser Verbrauch an Küchentüchern war seitdem enorm gestiegen. Vielleicht wolltest du uns auch nur ein Zeichen geben, dich gehen zu lassen. Wir konnten es kaum mehr ansehen und haben uns für diesen so schmerzhaften Schritt entschlossen.

Wir sind so unendlich traurig und hoffen, dass es dir gut geht, wo immer du jetzt bist.

Du hast ein schönes Grab im Garten bei Freunden bekommen, welches wir jederzeit besuchen können.

Du fehlst uns Mieze und in unserem Herzen wirst du immer bei uns sein.

Es ist still geworden hier, sehr sehr still.

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Kommentare: 5
  • #1

    Karin (Samstag, 17 Dezember 2016 18:54)

    Ach Elfi, das tut mir unendlich leid, dass Ihr Eure Mieze über die Regenbogen-Brücke habt gehen lassen müssen...
    Ich kann Deine Traurigkeit nur zu gut verstehen, denn schon zwei Mal haben wir ein vierbeiniges Familienmitglied gehen lassen müssen und es tat lange, lange weh. Bei uns war es nacheinander ein Hund und ich hab auch nach dem Abschied immer wieder diese Stille gespürt. Vielleicht findet eine andere Mieze wieder den Weg zu Euch...?
    Liebe Trostgrüße schickt Dir
    Karin

  • #2

    gerda.f (Dienstag, 20 Dezember 2016 23:23)

    Das kann ich nachfühlen,denn zweimal mussten(durften) wir uns von unseren Schmusetigern verabschieden.Wichtig war für mich das gute Gefühl ihnen Schmerzen zu ersparen,wenn keine Hoffnung mehr ist.Ich seh jetzt immer zwei helle Sterne am Himmel.

  • #3

    elfi s. (Freitag, 23 Dezember 2016 22:59)

    Habt ganz lieben Dank für eure tröstenden Worte. Sie fehlt uns schon sehr.

  • #4

    Silvia (Samstag, 24 Dezember 2016 12:22)

    Liebe Elfi, du hast auf so liebevolle Weise deine Zeit mit und den langsamen Aschied von Mieze beschrieben. Es tut mir selber weh. Eine Freundin muss in den nächsten Tagen ebenfalls Abschied von ihrem kleinen Hund nehmen und leidet auch so sehr darunter. Möge es ein kleiner Trost sein, dass Mieze von euch allen geliebt, ein wunderschönes, behütetes Leben hatte. Wenn es doch nur alle Tiere im Leben so gut hätten... Sei liebe umarmt. Silvia

  • #5

    elfi s. (Dienstag, 27 Dezember 2016 22:07)

    Danke Silvia für deine lieben Worte. Mieze war ein Kapitel in unserem Leben. Unsere Kinder waren längst ausgezogen und sie brachte wieder etwas Abwechslung in unseren Alltag. Sie fehlt uns schon sehr.